Reinhard Ader | Tage Nächte Schattensprung

Städtische Galerie Speyer Kulturhof Flachsgasse
Tage Nächte Schattensprung – Retrospektive zum 70. Geburtstag
Vernissage am 8. Nov. 2019, 18 Uhr
Begrüßung: Monika Kabs, Bürgermeisterin
Musik: ArtTrio
Ausstellung vom 8.11. bis 8.12. 2019
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

„Tage Nächte Schattensprung“ hat Reinhard Ader seine Retrospektive genannt. Tage, Nächte, das meint das Leben in seiner Ganzheit, in der Polarität von Helligkeit und Dunkelheit, von Bewusstsein und unbewussten Abgründen.
„Schattensprung“ verweist auf das Besondere der Weltsicht Aders, seiner künstlerischen Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit. Es ist kein alltägliches Wort, das der sprachbewusste, nicht zufällig auch Gedichte schreibende und seine Titel präzise setzende Künstler hier wählt.
(…) Wie dieses Wort „Schattensprung“ dank seiner Vieldeutigkeit die Rätsel der Welt und des Menschen vor dir erstehen lässt, so locken dich die Bilder Reinhard Aders in eine fremde Welt, deren Elemente nur auf den ersten Blick vertraut scheinen. Ins Kalte verschoben wirkt die Farbpalette, aus dem Lot gerückt die Perspektive. Du musst dich neu orientieren.  Je tiefer du in diese Bilder hineingehst, umso mehr entpuppen sie sich als Frage-Zeichen, umschlingen sie dich wie Schlangen und lassen dich nicht wieder frei. (…) eingespannt zwischen die Pole von Welt und Ich, zwischen Ich und Du, zwischen Denken und Fühlen, zwischen Wildnis und Ordnung, zwischen Sehnsucht und Geborgenheit. Wie ein Grenzgänger befindest du dich dort, wo zwei entgegengesetzte Elemente aufeinander stoßen.
Von Grenzsituationen haben die Philosophen gesprochen, Reinhard Ader lotet sie künstlerisch aus. Er gibt keine Antworten, er stellt nur Fragen, Bilder-Rätsel gewissermaßen. Seine Bilder fliehen nicht ins Abstrakte, sie bleiben der gegenständlichen Erde treu und ihren Abgründen. (…) Es schließt eine Welt auf, welche dazu einlädt, dich in ihr zu verlieren, um dich am Ende zu finden als der, von dem du nicht wusstest, dass du es bist.

Hans-Jürgen Herschel

Tanja Vetter | Hundstage

Auszug aus der Laudatio:

„Sind Hundstage voll Sonnenschein, wird das Jahr recht fruchtbar sein.“ Sirius als Hauptstern des Sternbildes „Großer Hund“ – daher der Name „Hundstage“ – ging vor  Jahrtausenden Ende Juli auf, wurde im alten Ägypten als der Stern angesehen, der die fruchtbare Nil-schwemme einläutete, während in Mesopotamien, dem heutigen Irak, die sommerliche Dürre folgte. Heute weiß man, dass Sirius keinen Ein-fluss auf das Wetter hat, wie ihm fälschlicherweise zugeschrieben wur-de und dass sich sein Aufgehen immer weiter verschiebt, in Deutsch-land zur Zeit Ende August zum Herbstbeginn, und  in ca. 10000 Jahren wird er erst im Winter aufgehen. Trotzdem ist die Zeit der Hundstage, der heißesten Zeit im Jahr, festgelegt auf den 23.7 bis 23. 8.

Welche Hundstage hat  uns Tanj Vetter bereitet? Werden wir anhand ihrer Gemälde, die vergangenen heißen Tage dieses Jahres vor unserem geistigen Auge Revue passieren lassen? Denken wir doch zurück an die extreme Trockenheit des letzten Jahres, wo sich die Rheinstrände extrem ausgebreitet hatten, was viele Bürger dazu veranlasste, einen Spaziergang bis in die Mitte des normalen Fluss-bettes zu unternehmen!

Erde und Wasser, Strand und Meer, das sind die hauptsächlichen Elemente, die die Künstlerin uns in dieser Ausstellung gegenüberstellt:
Man könnte sich an den letzten Urlaub zurückerinnern, das Meeres-rauschen, das Plantschen und Jauchzen der Kinder, Sand und Salz auf der Haut. Idylle und Paradies.
Kennen wir diese Sichtweisen nicht aus unzähligen Ansichtskarten der Strände rund um den Globus?
Zum Gegensatz Wasser und Land – kalt und warm – kommt der Kontrast oben und unten hinzu: Das Geschehen wird meist aus der Vogelperspektive beobachtet. Der Mensch in diesen Landschaften wird zum Spielzeugfigürchen degradiert, wie kleine Zinnsoldaten: allein, zu zweit, in kleinen Gruppen. Diese Menschlein baden im Meer, liegen am Strand, entspannen sich, machen einen Spaziergang, gehen keiner Arbeit nach, scheinen die „Hundstage“ zu genießen.  In der Weite der Landschaft, in dem der Einzelne, das Paar oder die kleine Gruppe wie aufgestellt wirken – sehen wir auch die Vereinzelung, das Verloren-Sein in der Weite.
Auch bei den Gemälden, wo die Sichtweise in die sogenannte „Froschperspektive“ wechselt, wird der Mensch aus der Distanz betrachtet. Als farbiges Figürchen oder als Schattenfigur bevölkert er eine fast gegenstandslose Farben-Landschaft.
Der Mensch, mal etwas näher gerückt, meist weit entfernt, mal Schattenfigur, mal Farbtupfer: Das Agieren, die Verhaltensweisen, beschränken sich immer auf das gleiche Grundmuster:  Liegen, stehen, gehen, Schlag-Schatten werfend, und das in einem grenzenlosen Landschaftsraum.

So ruhig, wie die Verhaltensweisen der Menschen erscheinen, so wuchtig ist manches Mal die Farbgebung: Über den expressiven Pinselduktus, erfahren die „Lazy Days“ eine ungeheuer dramatische Note. Auffällig dabei der Licht-Schatten- bzw. Hell-Dunkel-Kontrast, die oft komplementäre, gegensätzliche Farbigkeit. So stehen der Pastellfarbgebung elementare Grundfarben gegenüber: Blau, Gelb, Rot. Ein Kampf der Urgewalten.
Das Menschlein, das in seiner Ahnungslosigkeit diese Landschaft bevölkert, scheint hier Ruhepol zu sein, das Spielfigürchen, der Statist, in der Konvention seiner Verhaltensweisen festgelegt – und doch ist jeder Einzelne als Individuum ausgeführt, bringt seine eigene Lebensgeschichte mit. Dies wird deutlich in der teilwiese minuziösen Ausführung der Figuren, nur erkennbar, wenn Sie ganz nah an die Bilder dran gehen, sozusagen in die Bilder „eintauchen“.
Die Landschaft aber, die Ur-Elemente selbst führen ihr expressives Eigenleben.

Wir erinnern uns an Caspar David Friedrichs Gemälde: „Der Mönch am Meer“. Hier steht der einsame, kleine Mensch in seiner Kontemplation vor der Urgewalt und grenzenlosen Weite der Natur und des Weltalls, das er kaum zu begreifen vermag. Wozu ein Kritiker äußerte: „Es ist, als seien einem die Lider weggeschnitten.“ Damit meinte er den „grenzenlosen Blick“, das Nicht-Eingeschränkte in der Komposition, die Offenheit, die dem Betrachter das Sehen in die Unendlichkeit ermöglicht –  oder, realistisch ausgedrückt: Durch das Nicht-Begrenzt-Sein durch kompositorische Gegebenheiten, wird die Konvention des Sehens übersprungen, wird Weiterdenken ermöglicht.
So sagt Tanja Vetter selbst zu ihren Gemälden: „Ich gebe nur einen Impuls – der Betrachter soll seine eigene Geschichte weiterspinnen.“
In diesem Sinne gebe ich ihnen, liebe Gäste, den Impuls weiter, indem ich arabische Astronomen zitiere, die die in der flirrenden Sommerhitze häufig erscheinende „Fata Morgana“ als „vom Himmel tropfender Speichel des Hundssterns“ bezeichneten. Oder, wie hierzulande eine alte Bauernregel sagt: „Heiße Hundstage prophezeien einen kalten Winter.“

                                                                                 Reinhard Ader, Nov. 2019

weitere Infos: Ausstellungen

Nicolas Witschi | WERKSCHAU

Fotos: Nicolas Witschi

Ausführliche Information:

2019 | Nicolas Witschi

Pictures at the exhibition - tour

Fotos: Reinhard Ader

Gedanken zur Werkausstellung von Nicolas Witschi

Lassen Sie mich Ihnen ein paar Gedankenanstöße zum Werk unseres Stipendiaten mit auf den Weg geben – wobei ich sagen muss:
Jedes Mal, wenn ich mich hinsetzte, um mir über die Arbeit von Nicolas Witschi Klarheit zu verschaffen, ihn sozusagen fassbar zu machen, geriet mein Gedankengang zwischen Materialität, Form und Auflösung ins Philosophische, in ein Wegdriften ins Unermessliche – ich kam mir vor wie ein Stein, der in einem Mörser zu Pulver verarbeitet, gerade eine Formumwandlung erfährt.

Bitte entschuldigen Sie, wenn ich diesen Sachverhalt der Transformation nur laienhaft antippe, worüber man eigentlich ein ganzes Buch schreiben müsste – oder sein Leben damit zu widmen beabsichtigen sollte – Nicolas Witschi scheint diesen Weg eingeschlagen zu haben, und,
bevor wir uns dieser hochkomplexen physischen und philosophischen Materie  „nähern“, erlauben Sie mir einen kleinen Schlenker, der uns unsere eigene „Lebenswelt“ vor Augen führen soll:

Wird nicht so gut wie fast alles für den Konsumenten vorproduziert, mundgerecht, gedankenverpackt, in feine Häppchen gestückelt, zum Hinunterschlucken vorprogrammiert?
Die fertigen Farbtuben, die allabendliche Fernsehshow, der in Folie verpackte, gewaschene und vorgeschnittene Salat? Wir müssen nur noch einwerfen, kaum noch kauen, einfach schlucken und dann verdauen.

Und da kommt einer her, der gegen den Strom arbeitet, der mit eigener Hand sucht, jagt, findet, zerschlägt, ordnet …
 
Der Welt der festen Begriffe wird der Boden entzogen.
Oben und unten scheinen aufgehoben.
Die Welt der festen Bestandteile erlebt eine Transformation.
Die Welt, bestehend aus Erinnerung, Wissen und Erfahrung, müssen wir uns neu vergegenwärtigen in einer Dimension von Zeit.
Und einer Dimension von Energie, wodurch Materialität ein neues Sein erfährt.

In universaler Betrachtung könnte man sagen:
Aus einem Nichts, einem Fast-Nichts, einem Etwas, können mittels Energie Welt-Räume entstehen.

Energie + Zeit = Transformation.

Ich weiß nicht, ob man diese Komplexität so einfach ausdrücken kann, –  aber ein ahnungsloser Wanderer im Nebelmeer klammert sich an jeden Strohhalm!

Retten wir uns, indem wir den Spuren nachforschen, die die Zeit in diesem Transformationsprozess hinterlässt.

Der Begriff von Zeit ist nicht mit unserer Uhr-Zeit zu verwechseln, sondern Zeit als etwas, das Materie entstehen und vergehen lässt. Zeit, als etwas kaum Fassbares oder als etwas, das unser Leben auf diesem Planeten bestimmt.

Das Suchen, das Jagen, das Finden, das Zerstören erfährt eine Neubewertung durch den Künstler, findet Gestalt durch Schichten über Schichten anhand des Materials, das er sich erarbeitet hat.

Diese Schichtungen kann man vergleichen mit dem, was in Jahrmillionen ge-worden ist:
Mit dem Prozess der Eruption, der Zerstörung, der Veränderung durch ungeheure Kräfte, des Erkaltens, des Fließens und der Verwitterung.

Diese Umwandlung wird, – symbolisch gesehen -, von Nicolas Witschi gestoppt, indem er winzigste Elemente – hier: Gesteinsbrocken und das von ihm daraus produzierte Mehl, auf einem „Bildträger“ (= Leinwand) fixiert.
Auf diesem Bildträger können wir die in einem langwierigen zeitlichen und kräftezehrenden Prozess aufgetragenen Materialien auf neue Weise entdecken und deren Neubewertung nachvollziehen.
 
Es entstehen die Werkreihen „Matterhorn“- Schweiz, „Carrara“ mit seinem hellen Marmorgesteinsmehl und die Reihe „Speyer“, aus einem Stoff gestaltet, der seit Urzeiten hier in der Pfalz in unergründlichen Tiefen manifest und auf der Oberfläche in vielfältiger Weise geformt scheint: Gelber und roter Sandstein.

In feinen Schichtungen entstehen subtile Farbnuancen, Formflüsse, Formübertragungen, Formerzeugnisse, kurz: Formationen, die gegenständlich und ungegenständlich an das erinnern, woraus sie genommen sind:
Winzigste Bruchstücke unserer Erdgeschichte.

Diese werden visuell und haptisch erfahrbar, sozusagen über diesen Transformationsprozess in unser Wohnzimmer transferiert.

Aber nicht, wie es viele neue Medien vorführen, als etwas Illusionistisches, nicht Greifbares, Flüchtiges, eigentlich gar nicht Vorhandenes, sondern als taktiler, haptisch wahrnehmbarer Bestand. Etwas, was man im wahrsten Sinne des Wortes „besitzt“.

Aber Vorsicht: Dieser „Besitz“ ist nicht einfach greifbar oder zu begreifen, nicht fest geformt, bis in alle Ewigkeit geprägt wie eine Skulptur, sondern gerät – und das ist das immer wieder Überraschende – in eine fast wieder flüchtige Form – oder soll ich sagen in eine gegenstandsbezogene Form-Losigkeit?

Hier scheint Nicolas Witschi zum Impressionisten zu werden, zu einem Macher, einem Maler, der mit seiner Arbeit die Flüchtigkeit, die Veränderung des Seins aufzeigt.
So, als sei die scheinbar unverrückbare Festigkeit einer Felsformation bzw. der Boden, auf dem wir stehen, nichts weiter als ein flüchtiger Schatten, der über unsere Gesichter huscht.  –

Ohne jeglichen Bestand, in fortwährender Auflösung begriffen, bodenlos schwebend in Zeit und Raum.

 

Reinhard Ader, September 2019

Fotos der Vernissage

Fotos: © Kurt Keller

2019 | DER KÜNSTLERBUND IN CHARTRES

An den Feierlichkeiten zur 60-jährigen Partnerschaft Speyer – Chartres beteiligt sich der Künstlerbund mit einer Ausstellung in der Prieuré St. Vincent.

Die teilnehmenden Künstler*Innen sind mit diesen Arbeiten verteten:

Fotos: © bei den Künstler*Innen

Exposition „L’Association d’Artistes de Spire“
au Prieuré Saint-Vincent, Chartres

Fotos: © Reinhard Ader

Vernissage in der Prieuré Saint-Vincent am 1. Juni 2019

mit
Patrick Géroudet, l’adjoint au marie de Chartres
Claire Crézé, la présidente de l’Association des amis des jumelages
Stefani Seiler, Oberbürgermeisterin der Stadt Speyer
Reinhard Ader, Vorsitzender des Künstlerbundes Speyer

Fotos: © Reinhard Ader

Kunst in Bewegung | DAS FAHNENPROJEKT

„Kunst in Bewegung“ – Das Fahnenprojekt des Künstlerbundes

In der Tradition des Künstlerbundes an ‚ungewöhnlichen Orten‘ auszustellen, beteiligt sich der Künstlerbund am Projekt der Stadt Speyer „Das GRYNE BAND“, indem er mit künstlerisch gestalteten Fahnen die Maximilianstraße beflaggt. An dieser Fahnenaktion nehmen 20 Künstler teil, die sich in ihren Aussagen mit der Thematik Natur und Umwelt auseinandersetzen und Fragen nach kultureller Identität und menschlichem Sein stellen.

Dauer: während des gesamten Projektes „Gryn“, 17. 5 – 29. 9. 2019

Fotos: © bei den Künstler*Innen

Margarete Stern | DIE FASZINATION DES AUGENBLICKS

Unser Mitglied Margarete Stern stellt im Kunstverein Lingenfeld aus.

Typisch für viele ihrer Gemälde ist, dass die Protagonisten im Moment kurz vor dem möglichen Handeln in ihrer Bewegung innehalten: Der Fortgang der Entscheidung ist ungewiss.
Es sind Momentaufnahmen, ein Innehaltern der Zeit. Die Situationen und deren Ausgang sind nicht eindeutig.
Ohne Rücksicht auf realistische Perspektive verarbeitet Margarete Stern surrealistische Tendenzen und Symbolhaftigkeit und offeriert damit dem Betrachter ein Geheimnis in Form eines filmhaften Ausschnitts.

Ausstellung vom 31.3. bis 14.4.2019, Vernisssge: 31.3., 11 Uhr
Geöffnet: Samstags 15 – 17 Uhr, Sonntags 10 – 12 und 15 – 17 Uhr
Rathaus Lingenfeld, Hauptstraße 58

Nicolas Witschi | STIPENDIAT 2019

Vorstellung des diesjährigen Stipendiaten aus der Schweiz:
Nicolas Witschi

„… Verwurzelt in der Romantik eines Josef von Eichendorff durchstreift Nicolas Witschi die Natur auf der Suche nach den Gesteinen, die ihm als Archiv und Ausgangsmaterial für seine Arbeit dienen. Zu Pigmenten vermahlen und in der Verbindung mit Harzen werden diese Steine zu neuem Leben erweckt… Gleichzeitig integriert er Fotografien in die Kunstharzobjekte, die dadurch einen Verfremdungseffekt erfahren…“

(Auszug aus der Juryentscheidung, Anette Kummmer, Mitglied der Jury ArtPro, 2018)

„Ich habe mir vorgenommen in Speyer einerseits an einer Serie von Arbeiten zu meinem neuen Wohnort Wohlen AG zu arbeiten und andererseits mich mit der Region rund um Speyer zu beschäftigen.

Ich erschliesse mir neue Orte gerne übers Material. Ich werde Steine jagen gehen in und um Speyer und werde froh sein, Tipps zu erhalten zu spannenden Orten. 
Die Steine werden anschliessend zu Pigment weiterverarbeitet…

Somit entstehen zwei Werkserien die miteinander in Dialog treten werden. Mein neuer Wohnort Wohlen und meine zwischenzeitige Heimat Speyer. Dieses Vorgehen bietet sich an, da ich mit Bildideen und vor allem auch Arbeitsmaterialien (bereits hergestellte Pigmente) von Wohlen kommen und direkt weiterarbeiten kann und parallel dazu meine neue Umgebung erkunden, Material sammeln und zu Pigment verarbeiten.
Es ist dies ein zeit- und kraftaufwändiger Prozess.

Und so entstünde eine gute Balance zwischen körperlicher Arbeit und dem Prozess des Malens. “
                                                                                      (Nicolas Witschi 2019)

Max Bode | KNIPSING SPOTS

Idee der Knipsing Spots

Fotografien, die eine Geschichte erzählen: Szenen, Stimmungen, Ausschnitte, Orte, Menschen … und vor allem Dinge, die man erst auf den zweiten Blick erkennt! 

Um Unbekanntes neu zu entdecken, Altbekanntes wieder zu treffen, Emotionen zu erzeugen, Erinnerungen hervorzurufen, Fernweh zu wecken, meine fotografische Handschrift zu zeigen oder um ganz einfach Fotografien zu schießen, die auch nur „subjektiv gefallen“ dürfen – frei nach dem Motto von Henri Cartier-Bresson:

„Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut.“

„Gute“ Fotografie ist klar subjektiv, doch kann sie Menschen verbinden, weil sie gemeinsam etwas sehen, was sie bewegt.

Deshalb: ein gutes Foto, ist wie ein gutes Gemälde, ein gutes Lied, ein guter Film, ein gutes Essen, ein sonniger Tag – es bleibt im Kopf und löst ein Gefühl in uns aus!

Christine Weinmüller | PORTRÄTS

Die Ausstellung dauert vom 9. bis 18. November 2018.
Vernissage am Freitag, 9. November um 19 Uhr, im Künstlerhaus Speyer, Große Sämergasse 1a.

Begrüßung und Einführung: Reinhard Ader, Vorsitzender des Künstlerbundes

Öffnungszeiten während der Ausstellung: Sa/So 10./11. und 17./18. November, jeweils 14 – 18 Uhr und nach Vereinbarung

Weitere Infos:  Ausstellungen

Emil Srkalovic | WERKSCHAU

Der zeitgenössische Künstler Emil Srkalovic vermischt traditionelle Malerei und Bildhauerei mit modernen Linienführungen welche an Pop Art erinnern und stellt somit zentrale kulturtheoretische Fragen in den Mittelpunkt.
Die Darstellungen evozieren Fragen nach den Themen: Liebe, Stolz, Gewalt, Zeit und Tod, und regen den Betrachter an, sich nicht nur mit dem Kunstwerk, sondern auch mit sich selbst und der ihn umgebenden Wirklichkeit auseinanderzusetzen.
Situationen aus der Natur werden in dieser modern-realistischen-Manier dargestellt und durch strenge Titel kontrastiert. Damit eröffnet sich ein Dialog zwischen Spiel und Sarkasmus, der zur Genese einer neuen Empathie und zur umgedeuteten Realität führt.
Die Kunst verschiebt somit die Perspektive des Betrachters und wirft ihn auf das widersprüchliche Sein zurück, das keine Rechtfertigung braucht und von sich sagt:

„Ich möchte leben weil ich bin“

Der 31. Stipendiat, Emil Srkalovic aus Graz, Österreich, beschließt das dreimonatige Internationale Stipendium „Künstlerhaus Speyer“ mit einer sehenswerten Werkschau.
Bei der Vernissage am 31.8.2018 dankten der Vorsitzende Reinhard Ader und Bürgermeisterin Monika Kabs dem Stipendiaten für seine Arbeit und sein Engagement. Speyer, die Stadt und die Menschen haben ihn beeinflusst und ihm sozusagen „Modell gestanden“, so dass u.a. der Mensch wichtiger Bildgegenstand seiner Gemälde wurde. Insbesondere Sophia, wurde zur wichtigen Muse und Protagonistin.

Emil Srkalovic wurde 1983 in Foca, Bosnien geboren. Seine Eltern, beide Maler, wandern vor Ausbruch des Bosnienkrieges nach Österreich aus, gründen in Graz eine neue Existenz.  Emil lernt und studiert bei seinen Eltern.
Seiner ersten Einzelausstellung, 2003 in Graz, folgen bis heute ca. 70 Einzel- bzw. Gruppenausstellungen. Seit 2016 ist er Präsident des Grazer Künstlerbundes.

In seiner anschließenden, lebendigen Rede äußerte sich der Künstler ausführlich zu seinem Werk.

Fotos: © Kurt Keller und Margarete Stern

Werkschau Emil Srkalovic, internationales Stipendium, 31.8.2018

Der Künstler füllt eine Fläche mit Farbe.
In unterschiedlicher Konsistenz.
In verschiedensten Nuancen, Schattierungen und Abstufungen.
In Harmonie, Kontrast oder Dissonanz.
Formen ergeben sich durch Anordnung, Dichte und Auflösung.
Farben stoßen an Grenzen, die ihr die Linien vorgeben.

Malerei als Grenzerfahrung. Malerei, die Grenzen überschreitet oder sich innerhalb von Grenzen austobt.

Der Sinn kann vorgegeben sein, sich erst im Malprozess ergeben oder verändern.
Ein Prozess, der in Zeiträumen sich entwickelt, die nicht messbar sind.
Ein Kampf um die Elemente: Farbe – Form – Sinn.
Ein Kampf, den die Idee mit der Rationalität und der Emotion führt.

Logik und Unvernunft.

Kann die Emotion vorhersehbar, berechenbar sein?
Macht sie dem Künstler nicht immer wieder einen Strich durch die malerische Rechnung?
Wer entscheidet über Format, Komposition und Bildgegenstand?
Wer bestimmt über „Richtig“ und „Falsch“?

Sigmar Polke schrieb einst in eines seiner Werke hinein:
„Höhere Wesen befahlen: rechte obere Ecke schwarz malen!“

Genau diese Aussage trifft den Kern des Problems:

Wie entsteht überhaupt ein Bild?

Aus Ihrem kunsthistorischen Gedächtnis, liebe Gäste, darf ich das Gemälde von Jacques-Louis David: „Der Tod des Marat“ hervorzaubern:

Sie erinnern sich an das Bildgeschehen im unteren Teil des Werkes: Der tote Marat in der Badewanne.

David hat das Geschehen so inszeniert, dass der eigentliche Ablauf der Ermordung nicht dargestellt ist, sondern im Kopf des Betrachters sich ergibt, dergestalt, dass er die obere Bildfläche als Projektionsfläche unserer Gedanken „frei“, bzw. „leer“ lässt.
Der Betrachter wird demnach bei David aufgefordert, sich das Bildgeschehen selbst zu imaginieren.

Dagegen Volker Stelzmann, ein bekannter zeitgenössischer Maler aus Dresden, – er hat übrigens 2007 hier in Speyer in der städtischen Galerie ausgestellt – . lenkt den Blick des Betrachters in seinen übervollen Gemälden durch Mimik, Gestik, Handlung, – wobei seine Figuren, miteinander verwoben wie ein Gespinst, zu ständiger Achtsamkeit und Aktivität herausfordern (ich zitiere): „Vom Konkreten… zum Wesen, zur Wahrheit, zu meiner Sicht der Wahrheit vordringen…“ (Zitatende). Er will mit seinen Darstellungen die in der Welt bestehenden Konflikte, Probleme, Betroffenheiten und Anfechtungen aufzeigen.

Aus diesen Positionen heraus sind eine Reihe von Parallelen zur künstlerischen Auseinandersetzung Emil Srkalovics zu ziehen.

Der oben erwähnte Kampf zwischen Idee, Ratio und Emotion ist hier nicht nur in der Wahl von Format, Komposition und Farbbehandlung auszumachen, sondern wird ebenso in der Umsetzung der ihm eigenen Thematik sichtbar:

Die Grenzerfahrung des Miteinander.

Der Konflikt zwischen Logik und Unvernunft, zwischen Betroffenheit und Ignoranz wird symbolhaft-surreal in Beziehungskonstellationen von Mensch und Tier zum Ausdruck gebracht.

Reinhard Ader, Vorsitzender

Fotos: © Max Bode maxbodefotografie.de

Zur Vernissage von Emil Srkalovic ist in der Rheinpfalz vom 31.8.18 ein Artikel erschienen:

https://www.rheinpfalz.de/lokal/speyer/artikel/speyer-bringt-menschen-zurueck-ins-spiel/

Begrüßung des Stipendiaten 2018

Begrüßung des Stipendiaten Emil Srkalovic beim Oberbürgermeister Hansjörg Eger am 4.6.2018

Der 31. Stipendiat des „Internationalen Stipendiums Künstlerhaus Speyer“, Emil Srkalovic, ist mit seinen malerischen, wie auch plastischen Arbeiten ein Grenzgänger zwischen künstlerischen Ausdrucksweisen.

Den inhaltlichen Bereich geht er zum einen mathematisch berechnend an, dann wieder malerisch expressiv, realistisch in ungewöhnlichen Gegensätzen, in ungewohnten Sichtweisen.

  • Das einzelne Individuum und der Schwarm
  • Ein Wald voller Bäume
  • Eine Herde Schafe in der der Wolf – vielleicht – keine Chance hat.

Wir werden sehen, wie Emil Srkalovic seine Kreise zieht, aufmerksam beobachtend Begebenheiten in sich aufsaugt, die sich letztlich in seiner Kunst widerspiegeln werden.

In seiner Werkschau Ende August wird er das Ergebnis seiner Speyerer Zeit präsentieren.

Einige Eckdaten seines bisherigen Lebens seien noch skizziert:

Emil Srkalovic wird 1983 in Foca, Bosnien geboren, seine Eltern, beide Maler fliehen kurz vor Ausbruch des Bosnienkrieges nach Österreich. Die Familie lässt alles hinter sich und gründet in Graz eine neue Existenz.

Emil lernt und studiert mit und bei seinen Eltern – die bestmögliche künstlerische Ausbildung, die man sich nur wünschen kann.

2003 hat er seine erste Einzelausstellung in Graz, es folgen bis heute ca. 70 teils Einzel-, teils Gruppenausstellungen.

Seit 2016 ist er der bisher jüngste Präsident des Grazer Künstlerbundes – auch das eine Aufgabe, die viel Engagement erfordert.

Reinhard Ader

Fotos: © Kurt Keller

Kult(o)urnacht | 2018

Fotos: © Kurt Keller

Auszug aus der Eröffnungsrede zur Kult(o)urnacht

Bevor ich Ihnen die beiden Künstlerinnen unserer heutigen Ausstellung, Magdalena Hochgesang und Susanne Lorenz, vorstelle, möchte ich unseren diesjährigen Stipendiaten, Herrn Emil Srkalovic aus Graz recht herzlich begrüßen!

Herr Srkalovic wird in den nächsten 3 Monaten hier im Künstlerhaus wohnen und arbeiten. Man wird miterleben, wie der Künstler mit der ihm eigenen ruhigen und intensiven Art seine Farben und Formen auf die Leinwand bannt.
Ich benutze das Wort „bannen“ deshalb, weil ich  beobachten konnte, wie er die Konsistenz von Farben prüft, fast schmeckt, wie ein Koch, der die Zutaten für ein festliches Menü prüft, um sie seinen strengen Kriterien zu unterwerfen.  Wir dürfen gespannt sein auf seine Werke, die er hier erarbeitet und uns Ende August in einer Werkschau präsentieren wird.

Aus Magdalena Hochgesangs weitgefächertem Schaffen nehme ich ein Detail heraus, nicht weil es exemplarisch, sondern mir symptomatisch für ihre Arbeit zu sein scheint:

Da steht uns ein Kopffüßler gegenüber, mit stolz geschwellter Brust ob seines glänzenden Helms, Blick gen Himmel gerichtet. Stolz auf seine ihn schützende Kopfbedeckung – denn seine entblößte Männlichkeit ist unseren Blicken schutzlos ausgeliefert und nicht gerade das, was vorzeigenswert wäre.
Magdalena Hochgesang sagt selbst:

„Meine Bilder laden den Betrachter ein, hinter die Fassaden, hinter die Kulissen zu schauen, um sich dort möglicherweise selbst zu begegnen.“

Wenn Sie Hochgesangs Werke eingehender studieren, machen Sie sich bewusst, dass die oberflächliche Zweisamkeit mit einem Flügelwesen nicht unbedingt im Paradies enden wird.

Magdalena Hochgesang ist übrigens gebürtige Ludwigshafenerin, hat in Heidelberg, Mannheim und Salzburg studiert und ist seit einigen Jahren eine aktive Künstlerin, was sich an ihrer Ausstellungstätigkeit ablesen lässt.

Die Farben in Susanne Lorenz‘ Arbeiten sind umwerfend: Eine Farbtiefe und Leuchtkraft, die den ganzen Raum zum Glühen bringt. Man wähnt sich in einem Farbrausch, einer Synästhesie, die den Farbklang mit musikalischen Klängen zu verbinden scheint. Und wir wollen eintauchen in dieses wunderbare Farbenparadies.

In Lorenz‘ Werken scheint uns der sogenannte „Bildgegenstand“ eher zu umspielen, zu umsäuseln: Fliegen, Ratten, Geier und sonstiges Getier.

Entscheiden Sie selbst, wie hinter der Kulisse der emotionalen Farbenwelt, die vernünftige Struktur der Tiere Sie in anderen Bahnen denken lehrt.

Unter der Oberfläche brodelt es!

 Alles um Sie herum krabbelt und bebt und lebt und folgt seinen eigenen Gesetzmäßigkeiten, denen auch Sie unterworfen sind.

Ein paar biografische Daten will ich Ihnen auch zu Susanne Lorenz nicht vorenthalten:

Sie hat in Mannheim ihr Studium mit Diplom abgeschlossen, ist Mitglied im BBK Mannheim und hat sich bisher mit zahlreichen Ausstellung im Bewusstsein der Besucher manifestiert.

Mit den „Kreaturen“ können Sie sich nicht nur heute, sondern auch das gesamte und nächste Wochenende beschäftigen. Ich wünsche Ihnen dabei viele persönliche Erfahrungen und Erkenntnisse.

Ab 20 Uhr spielt die Gruppe „Greenshot“, mit Frontsängerin Martina Steiger.

Sie werden, denke ich, mit ihrer Musik, ihren Balladen für eine gute Stimmung während dieser Kult(o)urnacht sorgen.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.

Reinhard Ader

Kult(o)urnacht | Magdalena Hochgesang und Susanne Lorenz | KREATUREN

Kreaturen

Was sind die Essenzen der Menschen und Tiere?

Das Selbe, die Seele!

Die beiden Künstlerinnen Susanne Lorenz und Magdalena Hochgesang fangen es ein, dieses Seelenhafte. In ihrer künstlerischen Arbeit schauen sie hinter das Äußere der Erscheinung. Sie versuchen das Tier- und das Menschenwesen zu erkennen und machen es in ihrer Malerei sichtbar.

Seit fast 4 Jahren arbeiten die beiden zusammen, inspirieren sich gegenseitig. Jede hat ihren ganz eigenen Malstil, und doch ergänzen sich ihre Arbeiten harmonisch.

Sie laden den Betrachter ein hinter die Fassaden, hinter die Kulissen zu schauen, um sich dort möglicherweise selbst zu begegnen. 

Susanne Lorenz:

Studium in Mannheim
Mitglied im BBK Mannheim
Ausstellungen seit 2002

Susanne Lorenz malt Bilder, die aus ihr selbst entspringen, Träume, Phantasien, Vorstellungen wiedergeben, die sie in ihrer Malerei gestaltet … Die Tiere, die Susanne Lorenz malt, sind … nicht nach Vorlagen gemalt, nicht romantisiert und auch nicht zoologisch korrekt – es sind, erkennbar, individuelle Tiere, die der Vorstellung und Phantasie ihrer Schöpferin entstammen. Lorenz´ Tiere scheinen nicht einer wie auch immer gearteten Realität zu entspringen; eher traumhaft geben sie sich, manchmal auch alptraumhaft, oder wie Tiere in der Vorstellung eben sind oder in der Erinnerung (…)    Martin Stather

Magdalena Hochgesang:

Jahrgang 1972
Studium in  Heidelberg, Mannheim und Salzburg
Ausstellungen seit 2012

In meiner künstlerischen Arbeit suche ich die Auseinandersetzung mit den Menschen, meinem Umfeld und mir selbst. Deshalb male ich Menschenbilder. Die dargestellten Personen sind als Prototypen für ein bestimmtes Lebensthema zu verstehen. Ihre Identität ist dabei mal belanglos, mal zentral. Mein Schaffen beschäftigt sich mit menschlichen Beziehungen zur ihren Welten.

Den Betrachter möchte ich mit meiner Malerei derart in einen Dialog verwickeln, dass er zuletzt feststellt, sich selbst begegnet zu sein.

Kult(o)urnacht, Freitag, 25. Mai, 19 bis 24 Uhr:

Vernissage „Kreaturen“ 19 Uhr:

Begrüßung und Vorstellung der Künstlerinnen
Musik: Greenshot

Ausstellung: 26. / 27. Mai und 2. / 3. Juni, jeweils von 14 bis 18 Uhr

Mit freundlicher Unterstützung

Beiträge zum Stipendium

„Das Was ist ein Gefühl und das Wie ist Wissen und Technik“

Für den bildenden Künstler Emil Srkalovic besteht das Wesen der Malerei aus logischen, physikalischen und mathematischen Gesetzmäßigkeiten. 

Der 31. Stipendiat des Internationalen Stipendiums ‚Künstlerhaus Speyer‘ kommt dieses Jahr aus Graz. Er wird Ende Mai in Speyer erwartet und wird 3 Monate im Künstlerhaus wohnen und arbeiten. Ende August wird Emil Srkalovic seine Arbeiten in einer Werkschau der Öffentlichkeit präsentieren.

Emil Srkalovic‘ Bilder leben von den Einflüssen seiner Umgebung: Tiere sind eines seiner Hauptthemen, künstlerisch, wie auch im echten Leben: Elefanten, Rehe, Vögel, Schafe, Bisons u.dgl. Der Künstler erschafft sein Zwiegespräch mit der Natur, indem er auf großen Leinwänden sein differenziertes Wissen manifestiert.

Mit Srkalovic, der in der Grazer Kunstszene aktiv ist, könnte ein kultureller Austausch und eine interessante künstlerische Auseinandersetzung gelingen.

Thomas Mann | ZAUBERWERK

Die Ausstellung ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie traditionelle Malweisen in der Kunst des 21. Jahrhunderts durch moderne Techniken zeitgemäß ersetzt werden können.
Die Werke von Thomas Mann, die auf den ersten Blick aussehen wie expressive Malerei, sind komplett digital erschaffen. 

Er nutzt den Computer zum Malen wie ein Gerät zum Zaubern von Bildern. Und so können Werke entstehen wie hingezaubert, ein Zauberwerk eben. 
Da sind einmal seine surrealen Bilder. Hier ersetzt der Künstler die typischen Techniken dieses Genres wie Frottage, Grattage und Écriture Automatique gekonnt durch digitale Werkzeuge. Die zunächst zufälligen Ergebnisse arbeitet er dann bewusst aus und schafft so neue phantastische Welten und Wesen.
Zum anderen werden Werke aus seiner Blister-Serie gezeigt. Die ungegenständliche digitale Malerei spielt mit Linie, Fläche, Raum und Farbe. So erzeugt er eine farbenprächtige Dynamik die in Bewegung gebracht wird und es entsteht ein sehr reizvolles Spiel zwischen geometrischen und freien Formen.

Biografie Thomas Mann

Jahrgang 1957

Anfang der 90er: Fernstudium „Neue Kunstschule Zürich“ – abgebrochen wegen sinnloser Unterrichtsmethoden (Die Schule wurde 2001 aufgelöst).

Tätigkeit bis September 2016 als Art Director einer Mannheimer Werbeagentur.

In den 90er Jahren Einzel- und Gruppenausstellungen:

  • CUT Ludwigshafener Medienwerkstatt: Konzeptionelle Schwarz-Weiß-Fotografie zum 35. Geburtstag der Barbie-Puppe
  • Galerie HartmannStrasse45, Ludwigshafen
  • Blickachse – Kunst im Schlosspark Herrnsheim, Worms: Acryl-Malerei, Stuhl-Objekte (Gründungsmitglied des Kunstvereins Blickachse e.V., Worms)
  • Kunstverein Leimen: „Pas de deux“, digitale Grafik zu Albrecht Dürer und zu den 7 Todsünden

Seit Nov. 2016 tätig als freier Grafikdesigner und Künstler in Schifferstadt und Speyer

Vernissage: Freitag, 9. März, 19 Uhr .
Künstlerhaus Speyer, Große Sämergasse 1a, 67346 Speyer
Sa/So, 10./11. und 17./18. März, jeweils von 14-18 Uhr geöffnet.

Ausstellung „Zauberwerk“ von Thomas Mann         Fotos:  © Kurt Keller                               

„Zauberwerk“,  Detailfotos.

„…Er (Thomas Mann) übermalt, zersplittert und verändert das Ausgangsmaterial, also die Ausgangsfotos, so lange bis sie nicht mehr als solche erkennbar sind – bis die ehemaligen Motive total verschwunden sind.

An diesem Punkt angekommen versucht der Künstler nun seinen Visionen nachzugehen beim Betrachten des entstandenen Farbflimmerns. Er träumt sich quasi in sein Farbgewirr. Er lässt sich leiten von seinen Assoziationen – von dem was er glaubt in den Strukturen zu erkennen. Und da sieht er plötzlich Saurier, Figuren, Landschaften und Phantasiewesen auftauchen aus dem Farbenspiel. Und diese Elemente seiner Visionen arbeitet er im nächsten Schritt heraus bis auch wir als Betrachter diese Figuren sehen können und an seinen Assoziationen teilhaben können…“ (Auszug aus der Laudatio von Günter Zink)

CONVERSION am Wochenende geöffnet

Das Ausstellungsprojekt KONVERSION ist auch an diesem Wochenende von Freitag bis Sonntag jeweils von 15 bis 19 Uhr geöffnet!

Fotos © Reinhard Ader

Am Sonntag, 2. Juli, 18 Uhr führt Maria Leitmeyer, Kustodin des Purrmann-Hauses durch die Ausstellung. Der Eintritt ist frei!

 

Neues Ausstellungsprojekt in St. Ludwig

 

Seit Beginn der gemeinsamen Ausstellungstätigkeit sucht der Künstlerbund die Auseinandersetzung mit ungewöhnlichen Orten. Die erste gemeinsame Ausstellung fand z.B. im Alten Stadtsaal statt – damals noch im Dornröschenschlaf liegend und heute Teil des städtischen Kulturzentrums „Kulturhof Flachsgasse“. Ob im Wasserturm, in mittelalterlichen Kellern, in der Normand-Kaserne, hoch über Speyerer Gassen, in der Filzfabrik Hess, dem St. Guido-Stift vor der Umwidmung zur Synagoge, der Villa Körbling vor Übernahme durch eine Bank: Immer waren die Orte auch thematische Herausforderung und künstlerische Reibungsfläche für interessante Projekte, die in ihren Exponaten auf die Spezifik der architektonischen und soziokulturellen Situation eingingen.

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Der Titel des Ausstellungsprojekts CONVERSION verweist auf die aktuelle Umwidmung der entweihten Kirche. Waren es früher oftmals militärische Objekte, die nicht mehr benötigt und durch Konversion in eine zivile Nutzung überführt wurden, so sind es heute immer häufiger auch überzählige Kirchen; wobei der Erhalt der Gebäude oft auch  für weniger religiös gebundene Bürger als Identität stiftende Bauwerke aus architektonischer, städtebaulicher und baukultureller Sicht notwendig ist.

 

An der Schnittstelle zwischen der jahrhundertalten Nutzung als Sakralbau und der endgültigen Profanierung haben Mitglieder des Künstlerbunds Speyer und Gäste in einem speziell entwickelten Präsentationskonzept nun Exponate für diesen besonderen Ort geschaffen und geben den Interessierten Gelegenheit, aktuelle Kunst in einem neuen Kontext zu erleben.

Eröffnung : Donnerstag,  22. Juni, 18 Uhr

Begrüßung:
OB Hansjörg Eger, Stadt Speyer
Holger Grimm, Künstlerbund Speyer

Einführung:
Thomas Angelou, M.A., Karlsruhe

Musik:
Isabel Eichenlaub & Welt-Musik-Café

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Dialog zwischen Fotografie und Malerei

Künstlerbund-Mitglied Elias Wessel gibt in der Reihe „Friedrich Magnus Schwerd und seine Nachfolger“ am Dienstag, 21. Februar 2017, 19.30 Uhr im Foyer des Friedrich-Magnus-Schwerd -Gymnasiums Einblick in seine künstlerische Arbeit und sein Leben in New York.

Elias Wessel in seiner derzeitigen Ausstellung „Stuck Together Pieces!“ im  Goethe Haus – 1014 Fifth Avenue, New York

Der Vortrag/Talk an diesem Themenabend geht von der Frage aus: „Wo ist Deine Kunst zu Hause?“ Kaum jemand bietet darauf so viele Antworten wie Elias Wessel. Ursprung seiner künstlerischen Arbeit ist die Malerei. Seine ersten Projekte sind gekennzeichnet durch die Synthese angewandter und künstlerischer Fotografie und befassen sich mit Fragen der Bildästhetik. Im Folgenden bestimmt die Auseinandersetzung mit fotografischer Wahrnehmung seine Arbeiten. Seit 2012 beschäftigt sich Elias Wessel mit unterschiedlichen narrativen und konzeptionellen Ansätzen. Seine Arbeiten spiegeln persönliche, politische und gesellschaftliche Diskurse wider, wobei er meist vollständig auf das klassische fotografische Bild verzichtet. Aus der Verwendung analoger sowie digitaler Möglichkeiten resultieren Bilder, die an Gemälde erinnern und zu einem zeitgenössischen Dialog zwischen Fotografie und Malerei beitragen. Elias Wessel gibt Antworten auf Fragen zu seinem bisherigen Leben — von seinem Weg zur Kunst über „Es muss im Leben mehr als Alles geben“ und seiner derzeitigen Ausstellung „Stuck Together Pieces!“ mit dem Deutschen Generalkonsulat im Goethe Haus New York bis hin zu Nähkästchengeschichten aus dem FMSG und NYC.

Die Reihe des Fördervereins ist öffentlich. Der Eintritt ist frei.
Friedrich-Magnus-Schwerd-Gymnasium Vincentiusstr. 5
67346 Speyer Tel. 06232/92500 info@fmsg-speyer.de